Am Sonntag war der renommierte Brazilian Jiu Jitsu-Kämpfer Henry Navorra zu Gast beim Judo-Club Wetzlar e.V. Normalerweise sind Seminare derartig hochkarätiger Referenten mit hohen Seminargebühren verbunden, doch das Seminar am vergangenen Sonntag war für die Teilnehmer gänzlich kostenfrei. Lediglich um eine Spende für die insgesamt vier hinterbliebenen Kinder des an Heiligabend von einem Schwarzfahrer getöteten Beamten wurde gebeten.

„Im Normalfall kosten Referenten wie Henry Navorra einen Verein alleine mehrere hundert Euro. Daher hatte ich im Vorfeld Bedenken, ob wir überhaupt genug Geld zusammenbekommen, um den Referenten zu bezahlen und dann auch noch was spenden können. Doch als Henry von unseren Plänen erfuhr, bot er spontan an, das Seminar kostenlos abzuhalten. Nicht einmal seine Auslagen wollte er ersetzt haben. Dadurch können wir natürlich eine viel höhere Spende an die Familie übergeben.“, freute sich Mike Hartmann vom Judo-Club. Das Seminar habe man bewusst deutlich nach der schrecklichen Tat in Herborn abgehalten. „Direkt nach der Tat hat die Familie viel Aufmerksamkeit und Solidarität seitens der Bevölkerung und der Polizei erhalten. Nach einiger Zeit ebbt so etwas natürlich wieder ab, da geht das Leben für alle anderen wieder den gewohnten Gang. Die Familie ist da aber immer noch in einer Ausnahmesituation. Wir hoffen, dass unser Seminar der Familie nicht nur eine gewisse finanzielle Erleichterung bringt, sondern vor allem zeigt, dass auch weiterhin Menschen in Gedanken bei ihnen sind und sie nicht vergessen haben.“, ergänzt Patrick Schreier.

Neben interessanten Techniken und spannenden Trainingskämpfen gab es dann für diverse Kämpfer des Judo-Club Wetzlar auch noch eine besondere Überraschung – aufgrund ihrer Wettkampferfolge und den im Training gezeigten Leistungen verlieh Henry Navorra einigen von ihnen den nächsthöheren Gürtel.

Tom Schmidt, Kerem Oppolzer, Fabian Kring, Stefan Arhelger, Wjatscheslaw Kapustjan, Leon Fuchs und David Sarges durften sich über den Blaugurt freuen; Sandra Heilmann, Joscha Müller, Patrick Schreier und Marco La Barba über den Lilagurt.

Die Graduierten werden sich sicherlich noch lange an diesen Tag erinnern – die traditionelle „Gürtelgasse“ war diesmal ganz besonders lang.

Graduierung 08.05.2016


6 + = neun